Hormonell bedingte Erkrankungen. Expertise beim komplexen Zusammenspiel

Ständiges Frösteln, Muskelschwäche, unerklärlich starke Gewichtszunahme oder -abnahme, häufig Infekte oder ein Bluthochdruck, der sich partout nicht einstellen lässt – unter diesen zum Teils sehr unterschiedlichen und wenig eindeutigen Symptomen leiden viele unserer Patienten. Manche fühlen sich völlig schlapp, andere ruhelos, einige schwitzen bereits bei der kleinsten Anstrengung, andere klagen über Kopfschmerzen und Sehstörungen.

Allen Symptomen ist jedoch gemeinsam: Ihre Ursache könnte darin liegen, dass die komplexe Steuerung der Organe durch die Hormone als Botenstoffe nicht einwandfrei funktioniert. Meist liegen dann Erkrankungen der Drüsen vor, die die unterschiedlichen Hormone produzieren und auf den Weg durch den Körper schicken.

Erfahrene Spezialisten, die Zusammenhänge zu deuten wissen

Die Endokrinologie ist ein Spezialgebiet der Inneren Medizin und konzentriert sich auf die Erkrankungen des endokrinen Systems, also der hormonproduzierenden Drüsen.

„Manche dieser Krankheitsbilder treten selten auf und sind nur mit einem geschulten Blick und den richtigen Untersuchungen zu erkennen. Daher braucht es Spezialisten, die die komplexen Mechanismen verstehen und die Zusammenhänge zu deuten wissen“, erklärt Prof. Dr. Klaus-Dieter Palitzsch, Chefarzt der Klinik für Endokrinologie.

Prof. Dr. Palitzsch und sein Team behandeln schwerpunktmäßig die Erkrankungen der Schilddrüse, der Hirnanhangsdrüse (Hypophyse), der Nebenschilddrüsen, der Nebennieren und des Knochenstoffwechsels.

„Manche dieser Krankheitsbilder treten selten auf und sind nur mit einem geschulten Blick und den richtigen Untersuchungen zu erkennen. Daher braucht es Spezialisten, die die komplexen Mechanismen verstehen und die Zusammenhänge zu deuten wissen“
Prof. Dr. Klaus-Dieter Palitzsch, Chefarzt

Endokrinologische Funktionstest und bildgebende Verfahren führen zur Diagnose

Neben einer umfassenden Labordiagnostik zur Hormon- und Antikörperbestimmung können wir auf die gesamte Palette der endokrinologischen Funktionstests zurückgreifen.

Mittels ganz spezieller Medikamente testen wir, ob sich die Regelkreise zur Produktion einzelner Hormone stimulieren oder hemmen lassen. Zudem stehen in unserem Klinikum moderne bildgebende Verfahren zur Verfügung, um der Ursache der Krankheitssymptome auf die Spur zu kommen.

Unsere diagnostischen Möglichkeiten auf einen Blick

  • Laboruntersuchungen, insbesondere Hormondiagnostik
  • Endokrinologische Funktionstests
  • Stoffwechseluntersuchungen
  • Sonographie der Schilddrüse, Nebenschilddrüsen und inneren Organe
  • Elastosonographie der Schilddrüse
  • Feinnadelpunktionen der Schilddrüse
  • Radiologische und nuklearmedizinische Untersuchungen durch das Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie und Nuklearmedizin (Röntgen, Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT), Szintigraphie)

Ausführliche Gespräche und detektivische Suche, um Erklärungen zu finden

Neben unserer modernen diagnostischen Ausstattung können wir vor allem auf jahrzehntelange Erfahrung und das detektivische Gespür unserer Fachärzte aufbauen.

„Viele unserer Patienten suchen bereits seit Jahren nach einer Erklärung für Ihre Probleme und leiden unter einer deutlich reduzierten Lebensqualität“, berichtet Prof. Dr. Klaus-Dieter Palitzsch.

In unserer Klinik führen wir ausführliche Gespräche mit den Patienten und gehen den Hinweisen und ungewöhnlichen Laborwerten sorgfältig nach – bis wir eine Erklärung finden oder eine hormonelle Ursache der Beschwerden ausgeschlossen haben.

Gute Kooperation mit Hausärzten und niedergelassenen Endokrinologen

Unsere Expertise beschränkt sich selbstverständlich nicht darauf, seltene Erkrankungen aufzuspüren. Auch bei häufig auftretenden Diagnosen wie Schilddrüsenunterfunktion, Schilddrüsenknoten, Osteoporose und Störungen des Kalzium-Stoffwechsels stehen wir mit unserem differenzierten Wissen zur Verfügung, um Ursachen oder schwere Verläufe schnellstmöglich abzuklären und Therapien zu empfehlen.

In vielen Fällen sind die Erkrankungen mit sorgfältig ausgearbeiteten medikamentösen Therapien gut in den Griff zu bekommen. Dabei kooperieren wir sehr gut mit niedergelassenen Hausärzten und Endokrinologen, welche die Patienten dann weiter betreuen.

Notwendige Operationen können meist in unserer Klinik erfolgen

Sollten jedoch Operationen die besten Heilungschancen versprechen, arbeiten wir eng mit unseren Chirurgen zusammen, die sich auf die endokrine Chirurgie spezialisiert haben. Sie führen alle Operationen an Schilddrüsen und Nebennieren so schonend wie möglich durch, so dass Schmerzen und Narben gering gehalten werden.

Vor und nach einer Operation werden die Patienten durch unsere endokrinologisch versierten Ärzte mitbetreut. Sollten Operationen an der Hypophyse erforderlich sein, verweisen wir auf spezialisierte Zentren der Neurochirurgie.

Krankheiten, die wir behandeln und die Hypophyse, Hirnanhangdrüse, betreffen

Diabetes insipidus

Der Diabetes insipidus fällt durch extremen Durst und hohe Trinkmengen infolge einer überschießenden Urinausscheidung auf.

Er entsteht durch den Mangel des antidiuretischen Hormons (ADH), das im Hypophysen-Hinterlappen gebildet wird.  

Morbus Cushing

Beim Morbus Cushing löst in der überwiegenden Zahl der Fälle ein gutartiger Tumor in der Hirnanhangdrüse eine Überproduktion des Hormons Cortisol aus, das in der Nebenniere gebildet wird.

Dies führt nicht nur zu einer ungewöhnlichen Gewichtszunahme, die meist nur das Gesicht und den Körperstamm betrifft, sondern auch zu schweren Folgen für Stoffwechsel und Kreislauf: Diabetes, Bluthochdruck oder ein gefährlicher Kaliummangel können daraus resultieren.

Hormoninaktives Hypophysen-Adenom

Beim hormoninaktiven Hypophysen-Adenom können zuerst Sehstörungen sowie Kopfschmerzen im Stirn-Augen-Bereich auftreten, da der langsam wachsende gutartige Knoten auf die über der Hypophyse liegenden Sehnerven drückt.

Im späteren Krankheitsverlauf kann der gesunde Rest der Hirnanhangdrüse aber nicht mehr ausreichend Hormone bilden, wodurch es zu schwerwiegenden Komplikationen kommen kann.

Kraniopharyngeome

Kraniopharyngeome sind gutartige, langsam wachsende Tumore, die sich aus Zellresten der Embryonalentwicklung in der Hypophysen-Region entwickeln.

Sie verursachen Probleme, weil sie die Hypophyse sowie benachbarte Strukturen einengen und ihre Funktion beeinträchtigen. Meist fallen zunächst Hormonmangel und psychische Probleme auf.

Akromegalie

Die Akromegalie kommt nur sehr selten vor und ist durch ein verstärktes Wachstum von Händen, Zunge und Gesichtsteilen gekennzeichnet.

Sie entsteht durch einen Tumor in der Hypophyse, der vermehrt Wachstumshormone ausschüttet. Als Folgeerkrankungen treten oftmals Gelenkschmerzen, Schlafapnoe, Diabetes und Bluthochdruck auf.

Hypophysen-Insuffizienz

Eine Hypophysen-Insuffizienz kann durch gutartige Tumore (Hypophysen-Adenom), angeborene Defekte, aber auch Entzündungen, Einblutungen, Kopfverletzungen oder Bestrahlungen ausgelöst werden.

Sie fällt in der Regel durch den Mangel oder das völlige Fehlen eines oder mehrerer der in der Hypophyse gebildeten Hormone auf.

Prolaktinom

Als Prolaktinom wird ein gutartiger Hypophysen-Tumor bezeichnet, der das Hormon Prolaktin ausschüttet, das eigentlich bei Frauen die Milchbildung nach der Geburt anregt.

Wird dieses Hormon außerhalb der Stillzeit ausgeschüttet, dann kann es zu Unfruchtbarkeit, Menstruationsstörungen und zu Libido-Verlust (auch bei Männern) führen.

Hypophysären Hypogonadismus

Unter dem hypophysären Hypogonadismus verstehen die Mediziner eine Mangelfunktion der Keimdrüsen, also der Hoden und der Eierstöcke, die durch eine Funktionsstörung des Hypophysen-Vorderlappens bedingt ist.

Dadurch könne bei Männern und Frauen Geschlechtsentwicklung und Fruchtbarkeit beeinträchtigt werden.

Krankheiten, die wir behandeln und die Schilddrüse betreffen

Schilddrüsenüberfunktion oder Schilddrüsenunterfunktion

Die Hormone der Schilddrüse steuern den Grundumsatz des menschlichen Körpers und sind lebenswichtig. Wenn zu viel oder zu wenig Schilddrüsenhormone produziert werden, sprechen Mediziner von einer Schilddrüsenüberfunktion oder Schilddrüsenunterfunktion (Hyperthyreose oder Hypothyreose).

Während Gewichtsabnahme, Durchfälle, Bluthochdruck und Unruhe die Schilddrüsenüberfunktion kennzeichnen, zeigen sich bei der Unterfunktion Gewichtszunahme, Verstopfung, Müdigkeit und vermehrtes Frieren

Schilddrüsenknoten und Schilddrüsenkrebs

Schilddrüsenknoten und Schilddrüsenkrebs verursachen oft keine Beschwerden, sondern fallen erst auf, weil sich die Schilddrüse vergrößert. Wir können die Schilddrüsenknoten durch eine differenzierende Diagnostik einordnen und unterscheiden zwischen heißen und kalten Knoten.

Während die heißen Knoten verstärkt Schilddrüsenhormone produzieren, beteiligen sich die kalten Knoten nicht mehr am Schilddrüsen-Stoffwechsel. Schilddrüsenkrebs ist selten und hat in der Regel sehr gute Heilungschancen.

Autoimmunthyreopathien Typ Morbus Basedow und Hashimoto

Bei den Autoimmunthyreopathien Typ Morbus Basedow und Hashimoto bildet der Körper aus unbekannten Gründen Antikörper im Blut, die zu einer entzündlichen Reaktion der Schilddrüse führen. Als Folge produziert die Schilddrüse entweder zu viele ihrer Hormone (Morbus Basedow) oder zu wenige (Hashimoto-Thyreopathie im fortgeschrittenen Stadium).

Die Erkrankungen können auch im Zusammenhang mit anderen Autoimmunerkrankungen auftreten, darunter die Weißfleckenerkrankung der Haut, Vitamin-B-12-Mangel, Gluten-Unverträglichkeit, Nierenunterfunktion und Diabetes Typ 1.

Schilddrüsenentzündung Thyreoiditis de Quervain

Die Schilddrüsenentzündung Thyreoiditis de Quervain tritt häufig nach Atemwegsinfekten auf und verursacht starke Schmerzen im Hals, die auf Ohren und Kiefer ausstrahlen. Die post partum Thyreoiditis tritt bei Müttern im ersten Jahr nach einer Entbindung auf.

Beide Erkrankungen führen zu einer in der Regel vorübergehenden Schilddrüsenfunktionsstörung mit anfänglicher Überfunktion, die im weiteren Krankheitsverlauf in eine Unterfunktion übergehen kann.

Krankheiten, die wir behandeln und die Nebenschilddrüse betreffen

Nebenschilddrüsenüberfunktion und Nebenschilddrüsenunterfunktion

Wir klären die Ursachen der Nebenschilddrüsenüberfunktion und Nebenschilddrüsenunterfunktion ab. Das in der Nebenschilddrüse produzierte Parathormon reguliert den Kalzium-Stoffwechsel. Wird dieses Hormon übermäßig produziert, wird den Knochen Kalzium entzogen und diese werden in der Folge brüchig. Auch kann sich das Kalzium in den Nieren ablagern und Nierensteine hervorrufen.

Herzprobleme, Depressionen und gestörte Nervenfunktionen können ebenfalls als Folge der Nebenschilddrüsenüberfunktion (Hyperparathyreoidismus) entstehen. Aus einer Nebenschilddrüsenunterfunktion kann ein Kalziummangel resultieren.

Krankheiten, die wir behandeln und die Nebenniere betreffen

Nebennierenunterfunktion

Eine Nebennierenunterfunktion kann zu extrem niedrigen Blutdruckwerten führen. Aber auch Übelkeit, Schlappheit, häufiges Frösteln und Störungen der Blutsalze Natrium und Kalium in der Laboruntersuchung können auf diese Stoffwechselstörung hinweisen.

Die komplizierten Regelkreise der in den Nebennieren produzierten Hormone Cortisol, Adrenalin und Aldosteron verlangen eine differenzierte Diagnostik, um individuell angepasste Therapien entwickeln zu können.

Adrenogenitale Syndrom (AGS)

Das Adrenogenitale Syndrom (AGS) ist angeboren und fällt meist bereits bei der Geburt auf, weil die weiblichen äußeren Genitalien vermännlicht sind und bei beiden Geschlechtern gegebenenfalls auch ein Salzverlust vorliegt.

Mildere Formen zeigen sich erst im Erwachsenenalter, beispielsweise durch vermehrte Körperbehaarung oder ausbleibende Regelblutungen. Übergewicht, Stoffwechselveränderungen und Unfruchtbarkeit sind weitere Probleme, unter denen Patienten mit dem adrenogenitalen Syndrom leiden.

Adrenalen Cushing-Syndrom

Von einem adrenalen Cushing-Syndrom sprechen wir, wenn die Überproduktion des Hormons Cortisol durch einen gutartigen Knoten (Adenom) in der Nebennierenrinde verursacht wird.

Dann zeigt das Gesicht der Patienten meist eine runde Form und auch am Körper hat sich Fett auf unnatürliche Form in der Körpermitte angelagert. Die Patienten klagen über Diabetes, Bluthochdruck und in vielen Fällen über Muskelschwäche, vor allem der Oberschenkel- und Gesäßmuskulatur.

Nebennierenknoten und Nebennierentumore (Inzidentalome)

Nebennierenknoten und Nebennierentumore (Inzidentalome) werden meist zufällig entdeckt, was das Wort Inzidentalom zum Ausdruck bringt. Sie sind in vielen Fällen nicht therapiebedürftig, müssen aber bezüglich ihrer hormonellen Aktivität untersucht und regelmäßig kontrolliert werden.

Nur wenn die Knoten zu viele Hormone produzieren oder eine bestimmte Größe überschreiten, müssen wir entsprechende Behandlungsschritte einleiten. Nur sehr selten stellen sich die Tumoren als bösartig heraus.

Endokrine Hypertonie (Conn-Syndrom, Phäochromozytom)

Die endokrine Hypertonie (Conn-Syndrom, Phäochromozytom) ist gekennzeichnet durch einen mit blutdrucksenkenden Medikamenten nur schlecht einstellbaren Bluthochdruck, der oftmals zudem bei körperlicher Belastung und psychischen Krisen in die Höhe schnellt.

Beim Conn-Syndrom führt ein gutartiger Tumor in den Nebennierenrinde zu einer deutlich überhöhten Produktion des Hormons Aldosteron.

Das Phäochromozytom ist ein in den meisten Fällen gutartiger Tumor des Nebennierenmarks, der eine übermäßige Produktion der Stresshormone Adrenalin und Noradrenalin auslöst.

Diese Hormone können zu dauerhaft sehr hohen Blutdruckwerten und anfallsartigen krisenhaften Blutdruckanstiegen führen.

Erkrankungen des Knochenstoffwechsels (Osteoporose)

Bei den Erkrankungen des Knochenstoffwechsels haben wir unseren Schwerpunkt auf die Osteoporose gelegt. Bei dieser chronischen Erkrankung zeigen die Knochen eine stark abnehmende Dichte, wodurch das Risiko von Knochenbrüchen drastisch steigt.

Wir können im Rahmen einer umfassenden Diagnostik auch Knochendichtemessungen durchführen und entsprechende Therapiepläne ausarbeiten.

Die Spezialgebiete der Endokrinologie, Diabetologie, Angiologie in München Neuperlach