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Klinikum Schwabing

Frauenklinik - Bereich Geburtshilfe
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(089) 3068-2401

Auf der sicheren Seite: Pränatal-Diagnostik und Therapie

Manche Schwangerschaften werden von vorneherein als so genannte Risiko-Schwangerschaften eingestuft, zum Beispiel wenn Mehrlinge erwartet werden oder die Mutter unter 18 oder über 35 Jahre alt ist. Auch Vorerkrankungen der Mutter wie etwa Diabetes oder Bluthochdruck erfordern hohe Aufmerksamkeit. In anderen Fällen fällt möglicherweise Ihrem Frauenarzt auf, dass sich das Baby nicht wie erwartet entwickelt und überweist sie deshalb in unser Perinatalzentrum. Unsere große Schwabinger Klinik ist als Perinatalzentrum der höchsten Stufe (Level 1) eine spezielle Einrichtung zur Betreuung von Schwangeren, Früh- und Neugeboren und als solche durch ein unabhängiges Qualitäts-Überwachsungs-Institut zertifiziert.

Diagnostik noch vor der Geburt, um Risiken rechtzeitig zu begegnen

Die Entwicklung und den Gesundheitszustand Ihres ungeborenen Kindes können wir mittels unserer modernen Untersuchungsmethoden bereits im ersten Drittel der Schwangerschaft erkennen.

Um Unregelmäßigkeiten auszuschließen oder eventuelle Fehlbildungen und Erkrankungen so rechtzeitig zu erkennen, dass wir die entsprechenden Therapien einleiten können, nutzen wir vielfältige moderne Untersuchungsmethoden.

Stationärer Aufenthalt der Schwangeren in besonderen Risikofällen

In manchen Fällen müssen wir die Schwangeren stationär in unsere spezielle Station aufnehmen. Frauen- und Kinderärzte arbeiten hier bereits vor der Geburt zusammen und kümmern sich sowohl um Ihr Wohlergehen als auch um das des ungeborenen Kindes.

Hebammen und Krankenschwestern, die besonders vertraut mit der Schwangerenmedizin sind, betreuen und ermutigen die werdenden Mütter.

Pränatale Untersuchungen und Therapie – nach neuesten Erkenntnissen

In unserer Schwabinger Frauenklinik führen wir – zum Teil in enger Kooperation mit den Experten aus unserer Kinderklinik – folgende Untersuchungen und Behandlungen durch:

Organscreening des ungeborenen Säuglings, um Fehlbildungen auszuschließen

Ultraschall-Untersuchungen mit spezieller 3 D/ 4 D-Technik geben uns einen genauen Einblick, wie sich die Organe entwickelt haben. Unsere Ärzte besitzen die höchste Qualifikation der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall (DEGUM Stufe II und III) und sind sehr erfahren bei der Untersuchung von ungeborenen Kindern.

Doppler-Ultraschall-Untersuchungen

Mittels einer farbigen Darstellung des mütterlichen und des kindlichen Blutflusses können wir bei Farbdoppler-Untersuchungen Informationen über das Wohlergehen und die Versorgung des Kindes im Mutterleib gewinnen.

Diese Untersuchung kommt meist dann zum Einsatz, wenn sich das Wachstum des Kindes deutlich verzögert hat oder der Verdacht auf einen Herzfehler aufgetreten ist. Auch wenn Mehrlinge sich sehr unterschiedlich entwickeln, setzen wir diese Untersuchungsmethode ein.

Lasertherapien bei feto-fetalem (Zwillings-)Transfusionssyndrom

Das feto-fetale Transfusionssyndrom (FFTS) tritt in seltenen Fällen als Komplikation bei Zwillingsschwangerschaften auf, jedoch ausschließlich bei eineiigen Zwillingen, die in zwei Fruchtblasen liegen, sich aber eine gemeinsame Plazenta (Mutterkuchen) teilen.

Dieses Transfusionssyndrom entsteht durch eine Fehlbildung im Mutterkuchen: Krankhafte Blutgefäße ermöglichen fälschlicherweise, dass das Blut von einem Zwilling zum anderen fließt. Beide ungeborenen Kinder sind dadurch in Gefahr.

Durch eine Ultraschalluntersuchung lässt sich die Erkrankung sicher diagnostizieren und wird dann behandelt, falls die Situation bedrohlich wird. Die Blutgefäße können durch Laserenergie verschlossen werden. Dazu ist lediglich eine örtliche Betäubung der mütterlichen Bauchwand erforderlich.

Nackentransparenzmessung

Bei einer Nackentransparenzmessung untersuchen wir mittels eines 3-D-Ultraschalls die Flüssigkeitsansammlungen, die sich bei jedem ungeborenen Kind am Ende des ersten Drittels der Schwangerschaft im Nacken bilden. Die Erkenntnisse über diese Flüssigkeitsmenge und zusätzliche Laboruntersuchungen ermöglichen uns, wichtige Schlüsse auf bestimmte Risiken zu ziehen.

Fruchtwasseruntersuchung (Amniozentese) und Chorionzottenbiopsie

Erbliche Erkrankungen und Abweichungen im Erbgut lassen sich durch eine Untersuchung des Fruchtwassers oder des Gewebes der Plazenta erkennen. Somit können genetische Erkrankungen wie beispielsweise das Down-Syndrom oder Stoffwechselerkrankungen ausgeschlossen werden.

Fruchtwasserauffüllung

Bei einem vorzeitigen Blasensprung oder auch aus anderen Gründen ist es in manchen Fällen sinnvoll, das Fruchtwasser aufzufüllen. Dazu punktieren wir die Fruchtblase mit einer Hohlnadel punktiert und führen eine sterile Flüssigkeit über einen Katheter zu. Auch wenn die Ultraschalldiagnostik wegen zu geringem Fruchtwasserstand extrem erschwert wird, kann diese Auffüllung sinnvoll sein.

Nabelschnurblut-Untersuchung, Nabelschnurtransfusionen

Auch das Nabelschnurblut lässt vielfältige diagnostische Schlüsse zu: Vor allem wenn sich die Blutwerte der Mutter auffällig gezeigt haben oder der Verdacht aufkam, dass das ungeborene Kind an einer Infektion oder Anämie (Blutarmut) leiden könnte, wählen wir diese Untersuchungsmethode. Über die Nabelschnur nehmen unsere erfahrenen Mediziner auch Bluttransfusionen bei Blutgruppenunverträglichkeiten vor.

Bei schweren Entscheidungen: Wir beraten ausführlich und begleiten die Familien

Der ganz überwiegende Teil, nämlich 96 Prozent, der Kinder kommen in Deutschland gesund zur Welt. Allerdings kennen alle werdenden Eltern die zermürbenden Ängste, dass mit ihrem Kind etwas nicht in Ordnung sein könnte.

Nach unserer Pränataldiagnostik können wir die meisten Eltern beruhigen beziehungsweise durch eine intensive Kontrolle und zielgerichtete Behandlung sicherstellen, dass Risikofaktoren die Entwicklung des Kindes nicht beeinträchtigen.

In seltenen Fällen erkennen wir aber Erkrankungen oder Fehlbildungen, weshalb wir eine Operation des Kindes im Mutterleib noch während der Schwangerschaft oder gar einen Schwangerschaftsabbruch in Erwägung ziehen müssen.

Wir beraten die werdenden Eltern ausführlich über die Möglichkeiten, überlassen die Entscheidung aber stets ihnen.