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Klinikum Schwabing

Klinik für Kinderchirurgie
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(089) 3068-2459

Angeborene Fehlbildungen des Schädels und seiner Nähte.

Fehlbildungen am Kopf und im Gesicht sind für viele Familien ein besonders harter Schicksalsschlag, weil damit immer Operationen in Gehirnnähe verbunden sind, was Ängste auslöst. Zudem ist die Behinderung in vielen Fällen – vor allem bei den komplexen Syndromen – für jeden augenscheinlich und sieht teilweise sehr ungewöhnlich aus. Was für die betroffenen Familien eine zusätzliche Belastung bedeutet: Diese Fehlbildungen erfordern immer Experten vieler medizinischer Fachrichtungen, damit Schädigungen des Gehirns ausgeschlossen werden und entstellende Kopf- und Gesichtsformen weitgehend vermieden oder wieder korrigiert werden können.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit innerhalb der Klinik bei Schädelfehlbildungen

Bei der Operation von Schädelfehlbildungen, von Fachleuten kraniofaziale Chirurgie genannt, arbeiten unsere Experten in der Kinderchirurgie zusammen mit den erfahrenen Operateuren der Klinik für Plastische Chirurgie des Klinikum Bogenhausen.

Diese haben sich einen international herausragenden Ruf bei der Behandlung von Kraniosynostosen (vorzeitigem Verschluss der Schädelnähte) und kraniofazialen Fehlbildungen (Fehlbildungen des Kopf- und Gesichtsschädels, unter anderem Apert-Syndrom und Crouzon-Syndrom) erworben. Bei Bedarf ziehen wir bei den Operationen auch unsere Neurochirurgen hinzu.

Kraniosynostosen – Operative Korrektur bei zu schnell verwachsenden Schädelnähten

Bereits im frühen Kindesalter werden Kraniosynostosen durch auffällige Schädelverformungen sichtbar: Da sich die Wachstumsfugen des Schädels verfrüht schließen, fehlt dem Gehirn der Platz zum Wachsen und der Schädel deformiert sich. Am häufigsten treten vorzeitige Verschlüsse der Pfeilnaht (Sagittalnahtsynostose, Langschädel) und die Koronarnahtsynostose (einseitig: vorderer Schiefschädel, beidseitig: Kurzschädel) auf.

In vielen Fällen, vor allem bei komplexen Syndromen, verändert sich bei den Nahtsynostosen auch das Gesicht. Neben den teils entstellenden Verformungen treten aber auch Symptome wie Kopfschmerzen, Sehstörungen und Entwicklungsstörungen auf, die aus dem erhöhten Hirndruck resultieren.

Kraniofaziale Fehlbildungen. Operationen meist zwischen 4. und dem 6. Lebensmonat

Bei syndromalen kraniofazialen Fehlbildungen wie dem Apert-Syndrom zeigen sich neben den Schädel- und Gesichtsdeformitäten unter Umständen auch knöcherne Missbildungen der Hände und Füße mit so genannten Syndaktylien, zusammengewachsenen Fingern und Zehen. Für diese Kinder hat sich der Zeitraum zwischen dem 4. und dem 6. Lebensmonat als sinnvoll für die erste kraniofaziale Korrekturoperation erwiesen.

Die Korrektur der Hände erfolgt in der Regel später und wird auch regelmäßig von unserem Team durchgeführt. Unsere Operateure besitzen gerade bei diesen seltenen Erkrankungen eine fundierte Erfahrung. Die umfassende Versorgung in der interdisziplinären Kinderintensivstation und anschließend in unserer Kinderchirurgie hilft diesen Familien bei ihren ersten Schritten zurück ins normale Leben.

Umfassende Versorgung – nach der Operation auf Kinderstationen betreut

Die Eltern kommen mit ihren betroffenen Kindern von weither in unsere Klinik und schätzen das abgestimmte Vorgehen unterschiedlichen Experten: Vor und während der Operation werden die kleinen Patienten von speziell geschulten Kinder-Anästhesisten betreut.

Ausgewiesene Experten der Kinder- und der Plastischen Chirurgie streben ein optimales Operationsergebnis – funktionell wie kosmetisch – an. Nach der Operation kommen die operierten Kinder meist zunächst auf unsere interdisziplinäre Kinderintensivstation und dann auf unsere kinderchirurgische Überwachungsstation. Sie sind also stets von Ärzten und Pflegekräften umgeben, die auf Kinder spezialisiert sind.

Wir legen bei der Operation auch großen Wert auf das kosmetische Ergebnis

Je nach Ausprägung der Verformungen ist der beste Operationszeitpunkt für die Kraniosynostosen um den 6. Lebensmonat, da der Schädel im ersten Lebensjahr am schnellsten wächst und das Kind da bereits groß genug ist für die anstehende große Operation.

Dabei korrigieren wir die Fehlbildungen und rekonstruieren die natürliche Schädelform. Wir legen dabei auch großen Wert auf das kosmetische Ergebnis im Kindesalter, aber auch im späteren Erwachsenenalter, welches wir bedenken, wenn wir die Schnitte setzen. Zudem korrigieren wir beispielsweise während der Operation auch die Lidachse, falls dies notwendig ist.

Selbsthilfegruppe hilft durch Austausch und gemeinsame Aktionen

Die „Elterninitiative Apert-Syndrom und verwandte Fehlbildungen e.V.“ hält hilfreiche Informationen bereit, die betroffene Familien unterstützen. Im Austausch mit anderen Betroffenen lassen sich Entscheidungen besser abwägen, finden die Familien Halt, weil sie sehen, wie gut andere das Schicksal meistern konnten, und erfahren oft auch wertvollen seelischen Beistand.

Fortbildungsveranstaltungen und Familientreffen vermitteln den Eltern, aber auch den Kindern selbst, wertvolle Tipps und nette Kontakte, die oft über Jahre bestehen bleiben.

»Ausgezeichnet. FÜR KINDER« – zum vierten Mal in Folge

Als einzige Kinderklinik in München trägt unsere Kinderchirurgie durchgängig seit 2009 das Siegel „Ausgezeichnet. Für Kinder.“ Dieses verbändeübergreifende Gütesiegel wird von einer unabhängigen Bewertungskommission vergeben, wenn Kinderkliniken eine Reihe von personellen, fachlichen und technischen Qualitätskriterien erfüllen.

Auch dass ein Elternteil mit dem Kind aufgenommen werden kann, ist ein wichtiger Punkt der Anforderungen. Zudem ist nachzuweisen, dass Bezugspersonen wie Eltern oder Betreuer in die Therapie einbezogen, geschult und angeleitet werden.

Die Spezialgebiete der Kinderchirurgie in München Schwabing