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Klinikum Schwabing

Klinik für Kinderchirurgie
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(089) 3068-2459

Gutartige und bösartige Tumoren. Mit Strategie operieren

Das Wort „Tumor“ lässt bei allen Eltern sofort schrille Alarmglocken läuten. Doch zum Glück sind viele Tumoren im Kindesalter gutartig, örtlich begrenzt, vom benachbarten Gewebe abgekapselt und können daher mittels sorgfältiger Diagnostik und sachkundiger Operation erfolgreich behandelt werden.

Onkologische Chirurgie: Interdisziplinäre Teams entscheiden über Reihenfolge der Therapie-Bausteine

In den Fällen, in denen sich die Tumoren als bösartig herausstellen, ist der chirurgische Eingriff nur ein Baustein der Krebsbehandlung. Die Kinder werden in unserer Kinderklinik Schwabing von der Kinderonkologie umfassend betreut und begleitet.

Die Kinderonkologen arbeiten gemäß international anerkannter Therapie-Leitlinien, die sie aber ganz individuell auf jedes einzelne betroffene Kind abstimmen. In Besprechungen, bei denen Mediziner vieler Fachrichtungen ihr detailliertes Fachwissen einbringen, entscheiden wir für jeden Fall einzeln, ob beispielsweise erst eine Operation oder erst eine Chemotherapie erfolgen muss.

Hirntumore bei Kindern werden in unserer Klinik von der Neurochirurgie betreut

Bei Hirntumoren arbeitet unsere Klinik für Neurochirurgie ganz eng mit der Onkologie in der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin zusammen.

Unsere erfahrenen Neurochirurgen führen die Operation durch, wir kümmern uns aber im Anschluss daran an die Betreuung der Kinder auf unserer kinderchirurgischen Wachstation, bevor sie zur möglicherweise noch notwendigen Chemo- und Strahlentherapie auf die Kinderonkologie wechseln.

Kinderchirurgische Eingriffe auch zur Diagnostik und Katheteranlage

In manchen Fällen werden kinderchirurgische Eingriffe bereits zur Diagnostik der Krebserkrankung erforderlich: Im Rahmen eines Eingriffs können wir Gewebeproben entnehmen, deren Zellen dann intensiv untersucht werden, um eine möglichst genaues Bild von der Krebserkrankung zu erhalten.

Viele kleine Patienten erhalten von uns einen venösen Verweilkatheter (Portsystem), den wir im Rahmen eines kleinen chirurgischen Eingriffs unter der Haut verankern. Mittels dieses Verweilkatheters können wir Blut abnehmen und Medikamente mittels Infusionen geben, ohne dass wir jedes Mal erneut eine schmerzhafte Nadel legen müssen.

Jeder Tumor verlangt eine eigene Operationsstrategie

Je nachdem welche Körperregion und welches Organ betroffen ist und je nachdem, wo das Geschwulst genau liegt, wie weit es sich ausdehnt und wie es beschaffen ist, müssen wir die unterschiedlichsten Operationstechniken wählen.

Im Grunde ist jede onkologische Operation einzigartig und verlangt ein weit gefächertes Fachwissen über die international anerkannten und bewährten Methoden, die dann individuell anzuwenden sind. Wir legen größten Wert darauf, den Tumor möglichst vollständig zu entfernen, dabei aber das umliegende Gewebe möglichst wenig zu schädigen und die Funktion der betroffenen Organe zu erhalten.

Tumore im Kindesalter – meist aus entarteten Zellen der Embryonalzeit entstanden

Der häufigste solide, also feste, Tumor außerhalb des Gehirns ist das Neuroblastom, der meist im Alter unter sechs Jahren auftritt. Ein Drittel der betroffenen Patienten sind sogar noch Säuglinge. Beim Neuroblastom handelt es sich um einen so genannten embryonalen Tumor, der aus entarteten unreifen Zellen des Nervensystems hervorgeht, und daher meist in den Nebennieren ober in einem neben der Wirbelsäule liegenden Nervengeflecht (Grenzstrang) auftritt.

Das Nephroblastom, auch Wilms-Tumor genannt, ist der häufigste Tumor in der Niere. Da es sich auch beim Wilms-Tumor um einen embryonalen Tumor handelt, der durch die Entartung von Gewebe aus der Embryonalzeit entsteht, kommt er überwiegend im frühen Kindesalter bis sechs Jahre vor. Da er als sehr bösartig gilt, weil er schnell wächst und früh Metastasen bildet, muss bei der Operation in vielen Fällen die komplette Niere entfernt werden.

Keimzelltumoren betreffen oft die Eierstöcke, das Steißbein, die Hoden und das zentrale Nervensystem, also Gehirn und Rückenmark. Sie sind aus entarteten Stammzellen und Vorläuferzellen der Keimdrüsen (aus der Embryonalentwicklung) entstanden. Bei dieser Tumorform ist es wichtig, den Tumor möglichst komplett zu entfernen. Sind Hoden oder Eierstöcke betroffen, müssen diese Organe mit entfernt werden. Beim Steißbeinteratom, wie der Keimzellentumor am Steißbein genannt wird, muss die Steißbeinspitze wegoperiert werden, wobei größte Vorsicht geboten ist, die Blasen- und Darmschließmuskulatur zu schonen.

Das Hepatoblastom ist der häufigste Lebertumor bei Kindern. Auch Hepatoblastome entstehen aus entartetem Keimgewebe, gelten also als embryonale Tumoren. Insgesamt kommen sie nur selten vor, alljährlich erkranken etwa 20 Kinder neu an einem Hepatoblastom. Oft kann die Tumorerkrankung durch eine Teilentfernung der Leber und eine Chemotherapie geheilt werden.

Da die onkologischen Kinderärzte in unserer Kinderklinik einen ihrer Behandlungs- und Forschungsschwerpunkte auf die Weichteilsarkome gelegt haben, haben auch wir viel Erfahrung in der Sarkomchirurgie. Weichteilsarkome treten in Muskeln, Bändern, Gelenken und im Nervengewebe auf.

»Ausgezeichnet. FÜR KINDER« – zum vierten Mal in Folge

Als einzige Kinderklinik in München trägt unsere Kinderchirurgie durchgängig seit 2009 das Siegel „Ausgezeichnet. Für Kinder.“ Dieses verbändeübergreifende Gütesiegel wird von einer unabhängigen Bewertungskommission vergeben, wenn Kinderkliniken eine Reihe von personellen, fachlichen und technischen Qualitätskriterien erfüllen.

Auch dass ein Elternteil mit dem Kind aufgenommen werden kann, ist ein wichtiger Punkt der Anforderungen. Zudem ist nachzuweisen, dass Bezugspersonen wie Eltern oder Betreuer in die Therapie einbezogen, geschult und angeleitet werden.

Die Spezialgebiete der Kinderchirurgie in München Schwabing