Ausgereifte Behandlungsstrategien für herzkranke Kinder

Unsere Kinderkardiologen sind ausgewiesenen Spezialisten für die angeborenen und erworbenen Erkrankungen des Herzens und des Kreislaufsystems von Kindern. Das weite Feld der angeborenen Herzfehler erfordert besondere Expertise und Erfahrung, da sich deren Behandlung grundsätzlich von der Therapie erworbener Herzerkrankungen im Erwachsenenalter unterscheidet.

Sorgfältige Überwachung und Therapie. Operative Eingriffe im Deutschen Herzzentrum München

Wir beraten die Familien der Kinder, die mit Herzfehlern oder Kreislauferkrankungen zu uns kommen, sehr sorgfältig.

In manchen Fällen reichen als Therapie-Maßnahmen regelmäßige Kontrollen oder Medikamente.

Sollte ein Herzkatheter-Eingriff oder eine Operation erforderlich sein, legen wir den optimalen Operationszeitpunkt fest - gemeinsam mit den Spezialisten vom Deutschen Herzzentrum München, die den Eingriff durchführen.

Viele Kinder kommen nach einer Operation zurück zur stationären oder ambulanten Therapiefortführung.

Hohe diagnostische Standards und intensive Zusammenarbeit mit anderen Experten

Zur Diagnostik von Herzfehlern setzen wir ein:

  • das Elektrokardiogramm (EKG),
  • das Langzeit-EKG,
  • die Langzeit-Blutdruckmessung und
  • die Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiographie), auch über sieben Tage, rund um die Uhr

Bei vorgeburtlich entdeckten Herzfehlern wird durch Experten des Deutschen Herzzentrums und des Klinikums Rechts der Isar die spezielle pränatale Herzultraschalluntersuchung durchgeführt. Gemeinsam legen wir in diesen Fällen die Behandlungsstrategien und den optimalen Geburtszeitpunkt fest.

Schwerpunkt: Angeborene Herzfehler

Abgestimmte Behandlungsstrategien und Kontrollen

Bei angeborenen Herzfehlern liegt meist bei der Geburt schon ein gemeinsam mit dem Frauenarzt erarbeitetes Therapiekonzept vor.

Gleich in den ersten Stunden nach der Geburt untersuchen unsere Kinderkardiologen das neugeborene Kind und entscheiden über die durchzuführende Therapie.

In vielen Fällen müssen keinerlei therapeutische Maßnahmen ergriffen werden, da sich viele angeborene Herzfehler im Laufe der ersten Lebensjahre „verwachsen“.

Doch überwachen wir dann – zunächst mittels engmaschiger Kontrollterminen – ob die Entwicklung tatsächlich so problemlos verläuft, wie wir das erwarten.

Die Kinder bleiben meist bis zum Vorschulalter in kinderkardiologischer ambulanter Betreuung, bis wir sie nach einer Abschlussuntersuchung als „gesund“ entlassen können.

Schwerpunkt: Herzkatheter und Operationen

Interventionelle Eingriffe im Deutschen Herzzentrum

Haben die vorgeburtlichen Ultraschall-Ergebnisse und die Untersuchung in den ersten Stunden nach der Geburt ergeben, dass ein Eingriff am Herzen die besten Heilungschancen verspricht, dann legen wir gemeinsam mit den operierenden Experten den optimalen Zeitpunkt fest.

In vielen Fällen kann das Kind aber dennoch im Rooming-In bei der Mutter bleiben. Falls bald eine Operation erfolgen muss, betreuen wir das Kind intensivmedizinisch in unserer Kinder- & Neugeborenenintensivstation in München Schwabing.

Für den Eingriff holt ein Neugeborenen-Notarzt des Deutschen Herzzentrums das Kind ab. Die Eingriffe erfolgen entweder mit dem Herzkatheter als so genannte interventionelle Eingriffe oder als Operation. Zudem wenden Experten im Deutschen Herzzentrum vielfältige hochspezialisierte Kombinationsverfahren an.

Die postoperativen Kontrollen erfolgen – nach Abstimmung – entweder im Deutschen Herzzentrum oder in unserer Kinderklinik oder bei einem niedergelassenen Kinderkardiologen. Bei unauffälligem Verlauf können die Kontrollen in vielen Fällen nach einigen Jahren abgeschlossen sein.

Selbst bei schweren Herzfehlern können die Familien gut zurechtkommen. Die Kinder haben meist eine hohe Lebensqualität, wenn sie auch in Bezug auf die körperliche Belastbarkeit eingeschränkt sein können.

Schwerpunkt: Herzgeräusche nach der Geburt

Kontrolle bei der U2 oder erst bei der U3

Sind auffällige Herzgeräusche nach der Geburt oder bei der Vorsorgeuntersuchung U2 (vor Klinikentlassung) vernehmbar, untersucht unser Kinderkardiologe das Neugeborene.

Vielfach zeigen sich harmlose Befunde. Jedes Neugeborene erhält ein Sättigungs-Screening, um die gleichmäßige und gute Sauerstoffversorgung der oberen und unteren Körperhälfte zu dokumentieren.

In manchen Fällen fallen angeborene Fehlbildungen des Herzens noch nicht während der ersten Tage im Krankenhaus auf, sondern – aufgrund der sich ändernden Druckverhältnisse in den ersten Lebenswochen – erst durch ein Herzgeräusch bei der 3. Vorsorgeuntersuchung (U3).

Meist haben die kleinen Kinder aufgrund dieser Herzfehler keine Probleme, aber wir nehmen nicht nur die Untersuchungen, um mögliche seltene schwerwiegenden Erkrankungen auszuschließen, sehr ernst, sondern auch die Ängste der Eltern.

Wir erläutern die Befunde sehr ausführlich, so dass die Eltern Klarheit bekommen. Zudem legen wir regelmäßige Kontrollen fest, um die Krankheit zuverlässig im Blick zu behalten.

Schwerpunkt: Herzrhythmus-Störungen bei Kindern

Oft harmlos, doch kontrollieren wir engmaschig

Angeborene Herzrhythmus-Störungen müssen in vielen Fällen gar nicht oder mit einfachen physikalischen Maßnahmen behandelt werden.

Wir untersuchen die Kinder mittels eines EKGs, Langzeit-EKGs und Echokardiografie, nehmen uns viel Zeit, die besorgten Eltern aufzuklären und erläutern die Maßnahmen, die sie daheim ergreifen können.

Etwa 90 Prozent der Fälle geben sich im Laufe eines Jahres, weil das Reizleitungssystem des Herzens ausreift. In manchen Fällen ist eine medikamentöse Therapie sinnvoll. Bleiben die Rhythmusstörungen bestehen, so kann ab etwa einem Alter von acht Jahren im Deutschen Herzzentrum mittels eines Herzkatheters eine Therapie durch spezialisierte Kinder-Rhythmologen erfolgen.

In den sehr seltenen Fällen, wenn das Herz durch Rhythmusstörungen zu langsam schlägt ist, ist eine rasche Therapie - oftmals ein Herzschrittmacher - erforderlich, der im Deutschen Herzzentrum eingebracht wird.

Schwerpunkt: Plötzlicher Schwindel, Ohnmacht (Synkopen), Brustschmerzen

Wenn Kindern plötzlich schwindelig wird und sie umfallen, dann hat dies zwar oft harmlose Ursachen wie langes Stehen, zu wenig getrunken oder gegessen, stickige Luft. Doch können diese so genannten Synkopen auch ein Warnsignal für einen bisher unerkannten Herzfehler oder eine Herzrhythmusstörung sein.

Klagen über Schmerzen im Brustkorb sind häufig, die Ursache zumeist lediglich orthopädisch oder im Rahmen eines banalen Infektes. Dennoch muss der extrem seltene Fall eines kindlichen Herzinfarktes abgeklärt werden.

Um schwerwiegende Erkrankungen auszuschließen, klären wir die Ursachen von Synkopen und Brustschmerz sorgfältig ab.

Schwerpunkt: Stromunfälle

Erstdiagnostik und wegweisende Entscheidungen

Der klassische Fall, dass Kleinkinder in die Steckdose greifen, kommt leider immer noch häufiger vor, als man nach der umfassenden Aufklärung erwartet.

Wir untersuchen diese Kinder körperlich und mittels eines EKGs und entscheiden dann, ob weitere diagnostische Schritte und therapeutische Maßnahmen erforderlich sind.

Schwerpunkt: Bluthochdruck

Spezialabklärung bei schwierigen Verläufen

Falls bei Bluthochdruck-Erkrankungen ungewöhnliche Probleme auftreten, untersuchen wir diese in Kooperation mit unserer Kinder-Nephrologie (Nierenerkrankungen), den Stoffwechsel-Experten und Kinder-Endokrinologen unserer Kinderklinik.

Schwerpunkt: Intensive Therapien bei Infektionen von Herzmuskel oder Herzgefäßen

Infektiöse Entzündungen des Herzmuskels oder der Herzgefäße können sich dramatisch mit lebensbedrohlichen Symptomen oder aber auch schleichend manifestieren. In jedem Fall bedürfen sie sorgfältiger Diagnostik, differenzierter Therapie und regelmäßiger Kontrollen.

Wir behandeln Entzündungen des Herzmuskels (Myokarditis), der Herzinnenhaut und der Herzklappen (Endokarditis) und des Herzbeutels (Perikarditis) sowie das Rheumatische Fieber.

Beim so genannten Kawasaki-Syndrom werden die Kinder schwer krank und zeigen Hauterscheinungen sowie Augenentzündungen Da mit dieser Erkrankung insbesondere das Risiko einhergeht, die Herzkranzgefäße anzugreifen, überwachen wir die Kinder gemeinsam mit unseren Experten für die Infektiologie und wenden spezielle Therapieverfahren an.

Schwerpunkt: Frühgeborene

Die Entwicklung des Herzens genau beobachten

Bei Frühgeborenen beobachten unsere spezialisierten Kinderkardiologen sehr genau, ob sich die Druckverhältnisse angemessen verändern und ob sich ein ungewöhnlich hoher Druck in der Lunge entwickelt.

Haben die Frühgeborenen durch die notwendige maschinelle Beatmung eine bronchopulmonale Dysplasie erlitten, betreuen wir diese in enger Zusammenarbeit mit den Kinderlungenfachärzten und beobachten, ob durch diese Erkrankung das Herz belastet ist.

Probleme im Rahmen von syndromalen Erkrankungen und nach onkologischer Therapie

Bei syndromalen Erkrankungen treten häufig Herzfehler neben weiteren Problemen auf. In unserer breit aufgestellten Kinderklinik können wir Betroffenen durch enge Zusammenarbeit mehrerer Spezialgebiete helfen.

Gemeinsam mit unseren Humangenetikern ergründen wir durch vielfältige Untersuchungsmethoden die Ursachen der Störung, alle Symptome können bei uns von Spezialisten behandelt werden.

Auch nach onkologischen Therapien kann zu Funktionsstörung des Herzmuskels kommen, derer wir uns mit differenzierter Therapie und angemessenen Kontrollen annehmen.

Unterstützung durch Physiotherapie und Konzept zur Belastungssteigerung

Für Kinder mit Herzfehlern oder geschädigtem Herzmuskel, deren körperliche Belastungsfähigkeit eingeschränkt ist, koordinieren wir eine physiotherapeutische Unterstützung.

Zudem erarbeiten wir – in Zusammenarbeit mit dem Lehrstuhl für Präventive Medizin der Technischen Universität München – ein Konzept, wie diese Kinder ihre körperliche Belastung steigern können und führen in diesem Rahmen auch Belastungsuntersuchungen durch.

Vorgestellt: Kinder-Kardiologie - Medizin, Mitarbeiter, Kontakte