Schmerztherapie. Spezialisiert auf chronische Schmerzen

Schmerz ist nach dem aktuellen wissenschaftlichen Verständnis immer ein komplexes Phänomen, das durch Zusammenwirken von Signalen aus dem Körper, emotionalen Aspekten und Gedächtnisinhalten entsteht.

Dauerhafter Schmerz kann zu dauerhaften, zahlreichen Problemen führen

Der Einfluss von Schmerzen auf die Lebensqualität wird mit zunehmender Dauer der Schmerzbelastung immer größer. Meist kommen weitere komplizierende Faktoren hinzu. Dazu gehören oft Depression, Ärger am Arbeitsplatz, Probleme in der Familie oder im Freundeskreis und nicht zuletzt auch viele verschiedene Therapieversuche. Diese können zum Teil teuer, zum Teil schmerzhaft und auch mit Nebenwirkungen verbunden sein, bewirken aber oft keine wesentliche oder dauerhafte Verbesserung der Situation.

Unser Einsatz beginnt meist bei "unerklärlichen" Schmerzen, die länger als 12 Wochen bestehen

Während akuter Schmerz meist auf eine gezielt behandelbare Ursache hinweist, ist beim chronischen Schmerz diese Warn- und Schutzfunktion nicht mehr vorhanden.

Das kann daran liegen, dass mit den üblichen Untersuchungen keine Erklärung für die Schmerzen gefunden wird oder dass es definierte Schmerzauslöser gibt, die aber aus verschiedenen Gründen nicht oder nicht mehr ursächlich behandelt werden können.

Welche Schmerzzustände behandeln wir am häufigsten?

  • Schmerzen am Bewegungsapparat (Chronische Rückenschmerzen, Gelenkschmerzen, muskuläre Schmerzen, Fibromyalgie)
  • Kopf- und Gesichtsschmerzen verschiedener Ursache (speziell auch bei Kindern)
  • Nervenschmerzen (z.B. bei Polyneuropathie, Gürtelrose, Nervenverletzungen, Phantomschmerzen, CRPS/M. Sudeck)
  • Brustschmerzen, Bauchschmerzen, Schmerzen der Harn- und Geschlechtsorgane
  • Schmerzen bei Durchblutungsstörungen (Ischämieschmerzen)
  • Somatoforme Schmerzstörungen
  • Tumorschmerzen

Die "einfache, schnelle Lösung" ist leider selten wirksam und birgt zudem Risiken

Eingleisige Therapieformen (z.B. nur Spritzen oder auch nur psychologische Maßnahmen) werden dem komplexen Problemen eines chronischen Schmerzzustandes nicht gerecht.

Manchmal können diese Maßnahmen aufgrund der enttäuschten Erwartung auch zu einer weiteren Verschlechterung der Situation führen und damit die Problematik noch komplizierter machen.

Effektiver ist es chronischen Schmerzen vielschichtig therapeutisch zu begegnen

In vielen Fällen ist es notwendig, die komplexe Schmerz-Situation von allen Seiten gleichermaßen zu beleuchten und nach Auswegen aus der "Chronifizierungsspirale" zu suchen.

Für eine sicherere und wirksamere Schmerztherapie sollte das Therapiekonzept daher interdisziplinär-multimodal angelegt sein und auf verschiedenen Elementen basieren:

  • medizinische Klärung und Behandlung der Schmerzsymptomatik,
  • genaue Diagnostik, umfangreiche Schmerzinformation und
  • therapeutisch, bzw. psychotherapeutische Schulung

Was wollen wir erreichen?

  • Linderung der Schmerzen
  • Besserung der Lebensqualität
  • Verbesserter Umgang mit den Schmerzen
  • Freude an Eigenverantwortung
  • Identifizieren von Einflüssen auf die Schmerzen
  • Rückkehr ins soziale Umfeld
  • Wiedereingliederung in den Arbeitsprozess
  • damit: Verhinderung der Chronifizierung

Ärzte mit unterschiedlichen Qualifikationen bearbeiten Ihren Schmerz gemeinsam

Die Behandlung bei uns erfolgt durch ein Team aus Ärztinnen und Ärzten der Anästhesie, der Physikalischen Medizin sowie Psycholog/innen, Physio-, Ergo- und Bewegungstherapeut/innen und Pflegekräften. Unsere erfahrenen Therapeuten handeln gemeinsam und stehen in ständigem Kontakt miteinander.

Sie arbeiten mit Ihnen als unserem Patienten daran, Ihre individuelle Situation zu verstehen und eine sinnvolle Kombination wirksamer Maßnahmen gegen die jeweilige Schmerzsymptomatik zu erarbeiten. Dieses Vorgehen wird als multimodale Schmerztherapie bezeichnet.

Wie arbeiten wir?

  • ganzheitlich (an chronischen Schmerzen sind meist Körper, Seele und Umwelt beteiligt)
  • multimodal (d.h. verschiedene Berufsgruppen und Fächer sind beteiligt, und die einzelnen Therapeuten und Therapeutinnen stimmen die jeweilige Behandlung engmaschig miteinander ab)
  • individuell zugeschnitten
  • teilstationär (d.h. an den Behandlungstagen finden immer mehrere Therapieeinheiten statt, die Patienten übernachten aber zu Hause)
  • möglichst auch berufsbegleitend

Welche Therapiemodule stehen zur Verfügung?

  • Einzel- und Gruppentherapie
  • Differenzierte medikamentöse Einstellung
  • Krankengymnastik und manuelle Therapie
  • Entspannungstechniken, Schmerzbewältigung
  • Psychologische Schmerztherapie
  • Feldenkrais
  • Konzentrative Bewegungstherapie
  • Ausdauertraining
  • Ergotherapie
  • Kunsttherapie
  • Tanztherapie
  • Medizinische Informationsseminare
  • Stimulationsverfahren (TENS, Akupunktur)
  • Atemtherapie
  • Biofeedback
  • medizinische Massage-, Elektro- und Bädertherapie
  • Entzugsbehandlungen
  • Gezielte Nerven- und Gelenkinfiltrationen, Katheter- und Pumpenimplantation (wenn medizinisch sinnvoll)

Der Therapieablauf in der Schmerztagesklinik im Überblick

  • Nach einem telefonischen Vorgespräch wird ein Schmerzfragebogen zugeschickt, den Sie bitte ausgefüllt und mit den vorhandenen schmerzrelevanten Untersuchungsbefunden zurücksenden.
  • Nach Durchsicht der Unterlagen vergibt die Schmerztagesklinik einen Termin für eine ausführliche interdisziplinäre Untersuchung (Assessment)
  • Nach dem Assessment bespricht der behandelnde Arzt die Ergebnisse ausführlich mit Ihnen und schlägt ein individuelles Behandlungskonzept vor.
  • In der Regel erhalten Sie dann einen individuellen Stundenplan aus Einzel- und/ oder Gruppentherapiemodulen, die üblicherweise an 1 - 3 Behandlungstagen pro Woche in der Schmerztagesklinik durchgeführt werden.
  • Nach der Behandlung wird ein ausführlicher Behandlungsbericht verfasst, in dem auch die erarbeiteten Vorschläge für das weitere Vorgehen beschrieben sind.

Therapiemodule und Therapieablauf richten sich immer an Ihrer persönlichen Krankengeschichte aus

Vorgestellt: Mitarbeiter, Stationen und Kontakte