Polytrauma

Polytrauma

Patienten mit einem Polytrauma leiden unter gleichzeitig entstandenen Verletzungen in mehreren Körperregionen oder Organsystemen. Dabei ist eine dieser Verletzungen oder deren Kombination lebensbedrohlich.

Meist ist ein schwerer Verkehrsunfall oder ein Sturz aus großer Höhe die Ursache für ein Polytrauma. Aber auch Gewaltverbrechen, ein Unfall bei der Ausübung einer Extremsportart oder Explosionen, Chemie- und Strahlenunfälle können zu diesem medizinischen Notfall führen. Laut der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie liegt ein Polytrauma bei einem Prozent aller Notfalleinsätze vor. 20 Prozent dieser Patienten überleben das Trauma nicht.

Von einem Polytrauma sind oft Wirbelsäule, Brustkorb, Bauch, Extremitäten, Weichteile sowie der Schädel betroffen. Häufig liegt auch ein Schädel-Hirn-Trauma mit Verletzung des Gehirns vor. Die Versorgung bei einem Polytrauma beginnt bereits am Unfallort. Die Ärztin oder der Arzt versucht die Vitalfunktionen zu stabilisieren, Blutungen zu stillen, macht sich ein Bild von der Art und Anzahl der Verletzungen und bringt den Verletzten so schnell wie möglich in das Krankenhaus. Dort erfolgt die Behandlung dann im so genannten Schockraum durch das Schockraumteam. Hier arbeiten Notfallmediziner, Unfallchirurgen, Anästhesisten, Bauchchirurgen, Neurochirurgen und Radiologen und falls notwendig auch Ärztinnen und Ärzte anderer Fachdisziplinen Hand in Hand.

In den ersten Minuten werden nach festen Regeln die Atmung und der Kreislauf gesichert, Blut abgenommen, eine körperliche Untersuchung von Kopf bis Fuß und ein Ultraschall durchgeführt. Dann folgt innerhalb kurzer Zeit eine Schnittbilduntersuchung im Computertomogramm. Innerhalb von 60 Minuten soll ein Patient, der eine lebensrettende Operation benötigt, in den Operationssaal eingeschleust werden. Alle weiteren Eingriffe erfolgen, wenn der Verletzte sich stabilisiert hat. Der Patient verbringt die erste Zeit dann auf der Intensivstation. Anschließend sind bei einem Polytrauma meist intensive Rehabilitationsmaßnahmen notwendig.

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