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Akupunktur

Akupunktur ist eine Heilmethode der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), die seit mehr als 3.000 Jahren angewandt wird. Anders als die europäische Schulmedizin betrachtet die TCM den Menschen ganzheitlich.

Rund 400 Akupunkturpunkte werden im MediCenter München benutzt

Im Mittelpunkt dieses Medizinsystems steht die Vorstellung von einer fließenden Lebenskraft, chinesisch Qi (sprich: Tschi), die in einem gesunden Körper frei fließen kann. Krankheiten sind in dieser Vorstellung auf eine Störung der Lebensenergie Qi zurückzuführen. Entweder liegt eine Schwäche oder eine Fülle der Lebenskräfte vor.

Auch die Funktionen innerer Organe wie Atmung, Verdauung und Körperabwehr werden von der Lebensenergie beeinflusst. Diese Energie soll entlang von Bahnen fließen, die Meridiane genannt werden. Auf diesen Leitbahnen liegen die Akupunkturpunkte.

Mit feinen Nadeln werden die Akupunkturpunkte bei der Akupunktur gereizt mit der Absicht, Blockaden des Qi wieder zum Fließen zu bringen. Auch ein zu viel oder zu wenig der Lebensenergie kann durch die Akupunktur ausgeglichen werden. Dies gilt sowohl für konkrete lokale Körperareale als auch für die inneren Organe und psychische Veränderungen.

In der Körperakupunktur werden rund 400 Akupunkturpunkte benutzt. Zur Vereinfachung wurde das heute gängige Modell von zwölf Hauptmeridianen, die jeweils spiegelbildlich auf beiden Körperseiten paarig angelegt sind, eingeführt. Acht Extrameridiane und eine Reihe von Extrapunkten ergänzen dieses Modell.

Sonderformen der Akupunktur z.B. Ohrakupunktur

In der Ohrakupunktur geht man davon aus, dass der Mensch wie ein Embryo im Mutterleib am Ohr abgebildet ist und daher für jeden Körperpunkt auch ein Ohrpunkt existiert.

Die Ohrakupunktur erfordert die akkurate Erfassung des Akupunkturpunktes, der im Gegensatz zur Körperakupunktur nicht auf zwei bis drei Zentimeter, sondern auf einen halben Millimeter genau getroffen werden muss. Zum Auffinden dieser Punkte werden Punktsuchgeräte (sehen aus wie ein Kugelschreiber) mit herangezogen. Auch Dauernadeln, die tagelang verbleiben, sind in der Ohrakupunktur möglich.

Einsatzgebiete

Die WHO (Weltgesundheitsorganisation) veröffentlichte 2003 eine Indikationsliste für Akupunktur (hier einige Beispiele):

  • Schmerzhafte Rücken- und Gelenkserkrankunge
  • Muskelschmerzen z.B. Muskelkrämpfe
  • Erkrankungen des Atemsystems (Nasennebenhöhleninfekte, Asthma ..)
  • Gastrointestinale Störungen
  • Schlafstörungen
  • Kopfschmerzen
  • Neurologische Erkrankungen
  • Depression, Angststörung
  • Klimakterische Störungen

 
Von den gesetzlichen Krankenkassen werden die Akupunkturleistungen übernommen bei:

  • Chronischen lumbalen Rückenschmerzen
  • Chronischen Kniebeschwerden

Die Privatkassen übernehmen in der Regel alle Akupunkturleistungen.

Durchführung

In einer eingehenden Anamnese macht sich der Arzt, die Ärztin ein Bild von den beschriebenen Symptomen und deren potenziellen Ursachen.

Die Nadelung erfolgt entweder in sitzender, aber besser in liegender Position. Wichtig ist, dass sich der Patient/die Patientin in einer entspannten Lage befindet. Während einer Sitzung werden so wenig Punkte wie nötig gestochen. Es sind in der Regel Nah- und Fernpunkte die genadelt werden.

Nahpunkte befinden sich in der Nähe des Krankheitsbereiches, Fernpunkte an Händen und Füssen, die mit dem Krankheitsgeschehen in Beziehung stehen.

Eine Akupunktursitzung dauert in der Regel 20 – 40 Minuten.

Gegenanzeigen

Eine Akupunkturbehandlung ist bei folgenden Krankheitsbildern nicht sinnvoll:

  • Erkrankungen der Haut an den betroffenen Stellen (z.B. Ekzem)
  • Epilepsie
  • Schwere, ansteckende Krankheiten
  • Schlechter Allgemeinzustand

Nebenwirkungen

Im Allgemeinen treten bei sachgemäßer Handhabung der Akupunktur kaum Nebenwirkungen auf. Mögliche Nebenwirkungen sind:

  • Hämatom an der Einstichstelle
  • Vorübergehendes Taubheitsgefühl
  • Kreislaufschwäche
  • Selten Organverletzungen
  • Bei Dauernadeln im Ohr kann es zur Entzündung der Ohrmuschel kommen.