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Farbe, Licht, Hoffnung - Bunte Schüler-Kunst für kahle Klinikflure im Lungenkrebszentrum

Dr. Jonas Arno Hartung ist ein junger, engagierter Arzt. Er arbeitet in der Pneumologie des Städtischen Klinikums München Bogenhausen und erlebt jedenTag, was der Krebs seinen Patienten antut. Die meisten Patienten waren Raucher. Viele sind bettlägrig, andere können nur noch wenige Schritte gehen und brauchen dann eine Pause. Sie haben dann die kahlen Wände angestarrt, bevor sie die weiteren Schritte in Angriff genommen haben. Diese Tristesse wollte Dr. Hartung aufbrechen. Er wollte Farbe in die Flure bringen und den Patienten ein bisschen Freude geben. 

Die Idee beginnt zu reifen

Aufgewachsen in Bogenhausen, ist er selbst auf dem Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium  zur Schule gegangen. Nur einen Steinwurf entfernt steht das Klinikum Bogenhausen. Vom Klinikum aus kann man sogar das Gymnasium sehen.

In ihm reifte die Idee für ein besonderes Projekt: Die Schüler malen für seine Patienten und im Gegenzug informieren er und seine Kollegen über Präventions- und Gesundheitsthemen.

Später sollen die Schüler im Rahmen von Kunstprojekten Bilder für die Patienten malen, die bei der Genesung unterstützen sollen. So beschäftigen sie sich künstlerisch mit essentiellen Lebensfragen, die im Krankenhaus für Mitarbeiter und Patienten täglich eine Rolle spielen. 

Schüler malen für Patienten

Die Idee des Kooperationsprojekts sorgte auf beiden Seiten für Begeisterung. Bei seinem Chef Prof. Dr. Joachim Meyer, wie auch beim Rektor der Schule Wolfgang Hansjakob und der Kunstpädagogin Susanne Matthäus. In einem ersten Zug wurden verschiedene Bilder aus bereits bestehenden Projekten ausgewählt, um damit die Flure der Klinik zu schmücken.

… Ärzte klären auf

Im Gegenzug organisiert Dr. Hartung mit seinen Kollegen Präventionsveranstaltungen und Vorträge  für die verschiedenen Jahrgangsstufen. „Über Lungenkrebs aufzuklären ist für mich ein persönliches Anliegen, da meine Oma an dem Krebs gestorben ist. Auch sie war damals Patientin hier in Bogenhausen.“ 

Eröffnung der Bilderausstellung: Auftaktveranstaltung der Kooperation

Am 03. Februar war es dann soweit, die erste Bilderausstellung der Schüler vom Wilhelm-Hausenstein-Gymnasium wurde eröffnet.

Dr. Hartung konnte es sich nicht nehmen lassen, die Schüler mit ihrer Kunstlehrerin Frau Matthäus von seiner alten Schule abzuholen und mit ihnen gemeinsam das Krankenhaus zu betreten.

Die jungen Künstler, die meisten aus der 6. Klasse, waren ganz aufgeregt, „ihre“ Bilder nun live im Krankenhaus ausgestellt sehen zu können.

„Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit“

Mit diesem Zitat von Karl Valentin würdigte Prof. Meyer die Arbeit der Kinder, die nicht nur viel Herzblut sondern auch Zeit in ihre Kunstwerke gesteckt haben.  „Nur ganz besondere Bilder schaffen es in eine Ausstellung, und das schafft man nur als echte Künstler“, nach diesem Lob sah Prof. Meyer in lauter freudestrahlende Gesichter. 

Dass die Bilder an einem besonderen Ort, in einem besonderen Krankenhaus hängen, wurde ihnen erst nach den Worten von Prof. Meyer bewusst, denn neben dem Klinikum Bogenhausen gibt es nur noch zwei weitere große Lungenkrebszentren in Bayern. „Die Bilder sind ein ganz wichtiger Beitrag, um den ganzen kranken Menschen  wieder glücklich zu machen."

Freude für Patienten & Ärzte

Als Mittler zwischen Krankenhaus und Schule brachte Dr. Hartung seine Gefühle auf den Punkt: „Ich fühle mich wie ihr, aber schon doppelt so alt.“ Ganz besonders freute es ihn, dass aus seinem „tristen“ Krankenhaus nun ein lebendiges und voller Farbe gestaltetes geworden ist, dass nicht nur den Alltag der Patienten sondern auch seinen und das seiner Kollegen verschönert.

Farbe, Licht & Hoffnung

Ganz berührt von den vielen lobenden Worten, brachten Anna und Selen die Gedanken ihrer Mitschüler auf den Punkt: „Uns macht es die größte Freude, wenn andere Menschen glücklich sind. Wir wollten mit unseren Bildern den Patienten wieder Farbe, Licht und Hoffnung geben. Viele Patienten verbringen hier Wochen, teils sogar ihre letzten. Wir hoffen, dass unsere Bilder die letzten Stunden, Tage oder Wochen ein bisschen verschönern können.“

Ein würdiger Platz

Nach all den Worten wollten die Kinder nun natürlich auch ihre Bilder sehen und die Kunstpädagogin Frau Matthäus freute es ganz besonders, dass die Werke, die so viele Stunden Arbeit gekostet haben, nun einen würdigen Platz erhalten haben. 

Gemeinsam Großes schaffen

Dr. Hartung und Schulleiter Herr Hansjakob sind sich sicher, dass diese Kooperation nicht bei einem kurzen Besuch für einen Vortrag  enden wird, sondern dass man gemeinsam etwas Größeres schaffen will.

Plötzlich öffnet sich ein Patientenzimmer und eine Patientin wird in ihrem Bett zur Untersuchung geschoben. Sie trägt Mundschutz und schläft. Die Kinder schweigen nachdenklich.

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