Icon Notfall
Notfall

Einfach Luft holen und Atmen

Was für Gesunde selbstverständlich ist und ohne großartig darüber nachzudenken der Körper von alleine betreibt, ist für Patienten mit schweren Atemwegserkrankungen oder nach längerer künstlicher Beatmung plötzliche nicht mehr möglich: selber Luft zu holen und zu Atmen. Dabei ist gerade selbstständiges Atmen die Grundvoraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben und die Rückkehr nach Hause.

Plötzlich waren überall Kabel und Schläuche

Udo Raaf ist ein drahtiger älterer Herr. Wirklich krank war er noch nie. Daher tat er seine Erkrankung auch erstmal als leichte Erkältung ab, die ja bald von alleine abklingt. Als es ihm immer schlechter ging und neben Appetitlosigkeit noch hohes Fieber hinzu kam, bestand seine Frau darauf, dass er ins Krankenhaus müsse.

Die Ärzte in der Harlachinger Klinik stellten dann eine schwere Lungenentzündung mit Lungenversagen fest. Herr Raaf kam auf die Intensivstation und musste beatmet werden. Der sonst so agile Mann lag nun an Kabel und Schläuche angeschlossen in einem Dämmerzustand auf seinem Zimmer.

„Ich hatte Angst, keine Luft mehr zu bekommen“

Die Lungenentzündung heilte aus, doch das selbstständige Atmen wollte sich nicht einstellen.  Nach einer Beatmungsdauer von mehr als einer Woche kommt es häufig vor, dass die Betroffenen nicht mehr ohne Unterstützung atmen können. Das betrifft etwa 40 Prozent aller beatmungspflichtigen Patienten.  Denn auch die Atemmuskulatur wird wie alle anderen Muskeln schwächer, wenn man sie nicht benutzt.

Beim ersten Versuch, wieder spontan zu atmen, bekommen viele Menschen Luftnot und geraten in Panik. Die Folge ist eine Fortsetzung der künstlichen Beatmung. Dadurch wird die Atemmuskulatur noch schwächer. Diese Patientinnen und Patienten müssen systematisch vom Beatmungsgerät entwöhnt werden. „Man hat ja immer Angst, keine Luft mehr zu bekommen“, erzählt Herr Raaf, „ es ist anstrengend, sich von dieser Panik frei zu machen.“

Spezialisierte Weaning-Einheit zum Atemmuskeltraining

Die Entwöhnung, das sogenannte Weaning, wird in Harlaching auf einer spezialisierten Weaning-Einheit durchgeführt. Beim Weaning muss vor allem die Atemmuskulatur wieder aufgebaut werden. In dieser Phase ist es äußerst wichtig, Patientinnen und Patienten sehr genau zu beobachten und eng zu betreuen.

Jeder Patient wird langsam ans selbstständige Atmen herangetastet

Der Prozess muss sorgsam auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten jedes Einzelnen abgestimmt werden, wenn die Entwöhnung erfolgreich und dauerhaft sein soll – eine echte Herausforderung für alle Beteiligten, insbesondere auch für Pflegekräfte.

Mit Physiotherapie, Atemtherapie und Gehtrainigs wird die Muskulatur des Patienten langsam wieder aufgebaut und an das selbstständige Atmen herangeführt.

„Es war anstrengend“, erinnert sich Herr Raaf, „aber ich wollte ja weg vom künstlichen Sauerstoff.“ Aber das braucht seine Zeit, die man auf der Weaning-Station hat, denn hier ist das Ziel, dass die Patienten wieder ohne Hilfe nach Hause zurückkehren können, so wie Herr Raaf.

Unsere Geschichten für Sie: Viel Freude beim Lesen!

Wir erzählen Geschichten von Menschen, die Menschen dabei helfen, wieder gesund zu werden - mit großartiger Hingabe und besonderem Einsatz.

Münchner Geschichten aus dem Krankenhaus

Ein seltenes Ereignis im Klinikum Harlaching, das für große Freude sorgte: Drei aufgeweckte und gesunde Jungs erblickten das Licht der Welt.

Drillingsgeburt in Harlaching

Starke Männer, zauberhafte Geschichten - Mit Hilfe des Vereins „Zeit des Lachens e.V.“ konnte für die Kinder und ihre Eltern ein fröhlich-bunter Tag organisiert werden.

Zeit des Lachens - aus Schwabing

Ist Pflege was für Jungs? Auf jeden Fall, meint Hans Peter Brunk und engagiert sich seit Jahren für den Boys Day am Klinikum Neuperlach.

Boys Day - aus Neuperlach

Die sonst so kahlen Klinikflure im Lungenkrebszentrum Bogenhausen sind nun bunter. Schüler haben für die Patienten gemalt. Ihre Bilder schmücken nun die Wände.

Schüler malen für Patienten - aus Bogenhausen