Stillcafé. Wenn Babys das Stillen lernen müssen

Muttermilch ist die natürliche und nachweislich beste Ernährung für Säuglinge. Kein anderes Produkt kann sich mit ihr messen. Trotzdem wird das Stillen in der Öffentlichkeit immer wieder diskutiert. Das Klinikum Schwabing macht sich deshalb aktiv stark für das Stillen und fördert unmittelbar nach der Geburt die Mutter-Kind-Bindung. Auch nach dem Klinikaufenthalt gibt es für Mütter Beratungsangebote, darunter zweimal im Monat einen kostenlosen Still-Treff mit Tipps von der Expertin. Denn manchmal will es mit dem Stillen einfach nicht so klappen.

Ohne Saugkraft kein Stillen

Heute sind 10 Frauen mit ihren Säuglingen da. Die meisten sind zu früh geborene, die anfangs mit einem Fläschchen zugefüttert werden mussten und nun während des Stillens kein ausreichend starkes Vakuum erzeugen können.

Die meisten Mütter kommen wenige Tage oder Wochen nach der Geburt zum Still-Treff im Klinikum Schwabing. „Viele Mütter kommen nur einmal und holen sich konkrete Tipps, ich sehe aber auch immer wieder bekannte Gesichter. Eine Mutter war sogar 17 Mal da – das ist die aktuelle Rekordhalterin“, erinnert sich Marisa Großmann.

Von Blähungen ...

Eduard ist 3 ½ Monate alt. Seine Mutter Julia erzählt, dass er ein unruhiger Trinker ist, viel schreit und unter starken Blähungen leidet. Stillzeiten von einer Stunde sind die Normalität. Julia ist nicht die einzige die von langen Stillzeiten erzählt.    

Die meisten Mütter haben das Problem. Auch Elisabeth. Hinzu kommt, dass ihre 10-Wochen alte Tochter kein Vakuum erzeugen kann und sie sie daher rund um die Uhr stillen muss.

... bis Stillhütchen

Stillzeiten von bis zu einer Stunde sind für die Mütter Normalität.

Viele der Frauen können ihre Kinder nur über sogenannte Stillhütchen stillen. Sie wollen von diesen Hilfsmitteln loskommen. Deshalb ist auch Isabelle mit ihrem Sohn Luca hier. 

Austausch von Mutter zu Mutter

Die Ausnahme bildet an diesem Tag Franziska mit ihrer 17-Monate alten Tochter Felia. Sie ist zur moralischen Unterstützung da und will als positives Beispiel dienen, dass man auch länger stillen kann.  

Auch Männer sind willkommen

Die jüngste in der heutigen Gruppe ist Zoe und gerademal sechs Tage alt. Ihre Mutter Melanie beklagt, dass sie zu schnell einschläft und daher die Brust nicht leertrinkt.

Sie hat ihren Mann mitgebracht, worüber sich  Kursleiterin und Stillberaterin Marisa Großmann freut. Männer sieht sie selten bei dem Treff, was sie schade findet, denn auch Männer können ihre Frauen beim Stillen unterstützen.

Wenn Nachsorgehebammen fehlen

Die Mütter nehmen das Angebot gerne und dankbar an. Viele haben keine Nachsorgehebamme und finden hier in familiärer Atmosphäre unter Gleichgesinnten Hilfe bei Fragen oder Problemen in der gesamten Stillzeit. Das Spektrum reicht dabei von Anfangsschwierigkeiten, wenn z.B. das Baby die Brust verweigert, bis hin zu Beikostbeimengungen. Alle Frauen, die in Schwabing entbunden haben, können den Treff besuchen. 

Einzige Babyfreundliche Geburtsklinik in München

Seit 2012 ist das Klinikum Schwabing offiziell als „Babyfreundliche Geburtsklinik“ zertifiziert, zum Oktober 2018 wurde das Gütesiegel erneut bestätigt. Als einzige Klinik in München erfüllt Schwabing damit die hohen Qualitätskriterien, die WHO und UNICEF für das Prädikat „Babyfreundlich“ festgelegt haben.

Babyfreundliche Geburts- und Kinderkliniken unterstützen die Nähe von Mutter und Kind von Anfang an. Die Familien bleiben 24 Stunden am Tag zusammen und die Mütter können unmittelbar nach der Geburt ununterbrochen Hautkontakt mit ihrem Baby haben. Das Klinikpersonal ist speziell geschult, ermuntert die Mütter zum Stillen und gibt den Neugeborenen keine zusätzliche Nahrung oder Flüssigkeiten.

In Stillvorbereitungskursen und im offenen Stilltreff werden Eltern während und nach dem Klinikaufenthalt von Experten beraten und unterstützt. Im Jahr 1991 haben WHO und UNICEF zehn Hauptrichtlinien festgelegt, die Kliniken für den Erwerb des Zertifikats „Babyfreundlich“ erfüllen und bei einem offiziellen Audit nachweisen müssen.  

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