Oberbürgermeister Dieter Reiter zum neuen Städtischen Klinikum.

Herr Oberbürgermeister, die Neuausrichtung des Städtischen Klinikums München ist eines der größten Projekte im deutschen Gesundheitswesen. Welche Bedeutung hat es für die Stadt München?


Wir investieren in die Neuausrichtung, weil die Gesundheitsversorgung eine kommunale Aufgabe ist und nicht nur privaten Kliniken überlassen werden darf. Das Städtische Klinikum bietet Medizin für alle, nicht nur für die, die sich Privat- und Zusatzversicherungen leisten können. Also gerade auch für jene, die darauf besonders angewiesen sind: alte Menschen, Notfallpatienten, schwerstkranke Kinder und Frühgeborene, die einen guten Start ins Leben brauchen. Den städtischen Kliniken verdankt die Medizinstadt München in wesentlichen Teilen ihren guten Ruf. Damit das auch weiter so bleibt, wollen wir mit der Neuausrichtung des Städtischen Klinikums Zukunftsthemen besetzen und Maßstäbe in Medizin und Pflege setzen.

Das Klinikum Schwabing blickt auf eine lange Geschichte zurück. Mit dem Spatenstich für den Neubau beginnt dort die Umbauphase vom Großkrankenhaus zu einem modernen medizinischen Kompetenzzentrum. Was bringt die Neuausrichtung dem traditionsreichen Haus?

Das Klinikum Schwabing ist ein Haus mit Geschichte. Diese erfolgreiche Geschichte führen wir fort und stellen dank der Neuausrichtung sicher, dass die Klinik auch in Zukunft einen besonderen Platz unter unseren Krankenhäusern einnehmen wird. Dazu gehört der Anspruch, Kinder und Jugendliche medizinisch optimal zu versorgen und ihnen ein Stück „Zuhause auf Zeit“ zu bieten. Das Verständnis für die besonderen Bedürfnisse kranker Menschen gab es schon beim Start im Jahr 1909 und spiegelte sich damals in der Architektur wider. Heute, über hundert Jahre später, schaffen wir mit modernster Infrastruktur die Rahmenbedingungen für eine exzellente Medizin und ein Umfeld, in dem Kinder sich wohlfühlen und Familien entlastet werden. So wird der Neubau mit mehr Eltern-Kind-Zimmern dem Bedürfnis nach familiärer Nähe besser gerecht. Diese besondere Schwabinger Atmosphäre, die Patienten weit über München hinaus anzieht, macht das Besondere des Standorts aus. Perspektivisch wird Schwabing die einzige zentrumsnahe Kinderklinik in München sein. Deshalb kommt dem Standort im Gesundheitswesen unserer Stadt eine große Bedeutung zu.

Sie sprechen über Medizin für Familien. Welche anderen Perspektiven gibt es für den Münchner Norden?

Schwabing bietet im Neubau eine wohnortnahe Notfallversorgung an. Dafür steht das geplante interdisziplinäre Zentrum für Innere Medizin, Chirurgie und Nothilfe mit rund 100 Betten. Es bietet Notfallmedizin in der Breite, aber auch in der Tiefe, etwa mit dem Zentrum für schwer brandverletzte Kinder. Ein Krankenhaus der kurzen Wege ist gerade in der Notfallversorgung sehr wichtig. Mich hat beeindruckt, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei den Planungen für den Neubau dies fest im Blick haben. Denn im Notfall zählt jede Minute. Der Hubschrauberlandeplatz ist deshalb über eine Rampe an die Zentrale Notaufnahme und die OP-Abteilung angebunden. So findet auf fünf Stockwerken in einem durchdachten Neubau Hochleistungsmedizin statt.

In Schwabing werden im Zuge des Neubaus auch Flächen frei. Freut das Ihre Städteplaner?

Das freut auch mich als Oberbürgermeister, und zwar aus zwei Gründen: Die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in München hat für uns höchste Priorität. Deshalb begrüße ich es, dass perspektivisch auf dem Gelände des heutigen Klinikums Schwabing Wohnraum für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Patientinnen und Patienten entstehen könnte. Ein anderes Zukunftsprojekt ist der „Medizincampus“. Wenn man aus der Vogelperspektive auf das Klinikum Schwabing blickt, sieht man bereits ein Campusgelände. Wenn das Klinikum jetzt in die Höhe statt in die Breite wächst, werden Flächen frei, an denen andere Gesundheitsdienstleistungen Platz finden können. Wir arbeiten deshalb an der gemeinsamen Vision eines Medizincampus mitten in München mit einem breiten Medizinangebot für alle Lebenssituationen.

In München werden wieder mehr Kinder geboren, etwa jedes dritte Neugeborene kommt aktuell im Städtischen Klinikum zur Welt. Wie wichtig ist diese demographische Entwicklung für München?

Eine Großstadt, in der die Geburtenzahl steigt, hat Zukunft. Gesellschaftlich gesehen, aber auch wirtschaftlich. Gleichzeitig wissen wir: Familien entscheiden sich dann für Kinder, wenn die Rahmenbedingungen stimmen. Das beginnt schon beim Start ins Leben. Im Klinikum Schwabing hat man sich intensiv Gedanken gemacht, wie ein babyfreundliches Krankenhaus aussieht. Dass dies überzeugend gelingt, zeigen die Zahlen: 2.300 kleine Münchnerinnen und Münchner kommen im Klinikum Schwabing zur Welt – demnächst in einem noch moderneren Ambiente. Aber auch später im Leben wollen wir als Stadt dafür Sorge tragen, dass bei Kinderbetreuung und Ausbildung die Rahmenbedingungen für Familien stimmen. Wir sehen die Familienpolitik, ebenso wie die Gesundheitspolitik, als gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Der Umbau des Städtischen Klinikums wird Sie die kommenden Jahre begleiten. Was sind Ihre Erwartungen an dieses Projekt?

Die Neuausrichtung ist ein wegweisendes Projekt über die Grenzen Münchens hinaus. Wie kann sich ein kommunaler Klinikverbund zukunftsfähig aufstellen und exzellente Medizin mit Wirtschaftlichkeit verbinden? Das wollen wir hier zeigen. Als Oberbürgermeister erwarte ich, dass alle Beteiligten den Weg gemeinsam und konsequent zu Ende gehen. Denn sowohl der Freistaat als auch die Landeshauptstadt München – und damit alle Münchnerinnen und Münchner als Steuerzahler – investieren in dieses Projekt. Damit ist eine große Verantwortung verbunden. Ich erlebe, dass sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Städtischen Klinikums München dieser Verantwortung sehr bewusst sind. Ich wünsche mir, dass alle Münchnerinnen und Münchner und alle Münchner Familien hier die bestmögliche Behandlung erhalten. Jetzt und in Zukunft.

Wir stellen vor: Investitionen in die Medizin von morgen

Das neue Klinikum Schwabing

Hier entsteht eine neue hochmoderne Klinik für Kindermedizin und Frauenheilkunde sowie ein interdisziplinäres Zentrum für Innere Medizin, Chirurgie und Nothilfe für Erwachsene.

Vorgestellt: Unser Neubau in Schwabing

Das neue Klinikum Harlaching

In Harlaching wird ein Neubau mit ca. 548 Betten die bestehenden Klinikgebäude ersetzen und die Zentren unter einem Dach vereinen.

Vorgestellt: Unser Neubau-Projekt in Harlaching

Das neue Klinikum Bogenhausen

Für diesen Standort planen wir einen Erweiterungsbau sowie die komplette Sanierung des Bestandsgebäudes, künftig wird der Standort über ca. 1.020 Betten verfügen.

Vorgestellt: Erweiterungsbau und Modernisierung in Biogenhausen

Das neue Klinikum Neuperlach

Unser heute schon hochmoderner Standort wird durch den Neubau des Zentrallabors für Klinische Chemie und Mikrobiologie zur Versorgung aller unserer Standorte erweitert

Sobald nähere Informationen vorliegen, informieren wir hier...

Freuen Sie sich mit uns auf das neue Städtische Klinikum München.

Eines der größten Projekte im deutschen Gesundheitswesen

Oberbürgermeister Dieter Reiter im Gespräch zur Neuausrichtung des Städtischen Klinikums München und seiner Bedeutung für die Stadt München.

Lesen Sie hier unser Interview mit dem Münchner Oberbürgermeister

Was kann München von seinen kommunalen Kliniken erwarten?

750 Millionen Euro werden in das Städtische Klinikum München investiert. Dr. Fischer, Vorsitzender der Geschäftsführung, im Gespräch zu Veränderungen und Chancen

Stellungnahme der Geschäftsführung der Münchener Kliniken

Gelebte Partnerschaft - Voraussetzung für optimale Versorgung

Eng verbunden: Klinikum Schwabing & Klinikum rechts der Isar. Prof. Dr. Markus Schwaiger, Ärztlicher Direktor des MRI, zu den Vorteilen für den Patienten - und für die Forschung.

Herr Prof. Schwaiger im Interview zum Neubau in München Schwabing

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