Was kann München von seinen kommunalen Kliniken erwarten?

Dr. Axel Fischer, Vorsitzender der Geschäftsführung der Städtischen Klinikum München, spricht über Veränderungen, Wandel, Chancen und Erwartungen.

Herr Dr. Fischer, in den nächsten Jahren investieren die Landeshauptstadt München und der Freistaat über 750 Millionen Euro in das Städtische Klinikum München. Es wird also viel gebaut und modernisiert. Was können die Münchnerinnen und Münchner von ihren

Wir schaffen einen modernen und leistungsfähigen Klinikverbund. Das ist kein leeres Versprechen, sondern wird in den nächsten Jahren sichtbar und greifbar, wenn an allen Klinikstandorten die Baufahrzeuge anrücken. Hier entsteht bis 2024, Stein auf Stein, ein Behandlungsumfeld, in dem unsere Ärzte und Pflegekräfte ihre Patientinnen und Patienten optimal behandeln können. Wir bauen nicht nur, wir investieren auch in die bestehende Infrastruktur und werden diese modernisieren.

Passen die traditionsreichen Gebäude nicht mehr in die neue Zeit?

Wir sind sehr stolz auf unsere Kliniken und ihre lange Tradition. Aber unsere Gesellschaft verändert sich und damit die Medizin. In einer alternden Bevölkerung geht es darum, komplexe Krankheitsbilder über medizinische Disziplinen hinweg gemeinsam zu behandeln. Das stellt neue Anforderungen an unsere Klinikgebäude. Sie sollten die Zusammenarbeit fördern, nicht behindern. Auch unsere Patienten stellen neue, andere Anforderungen an uns. Sie erwarten mit Recht ein freundliches Behandlungsumfeld, das den Genesungsprozess unterstützt.

Sie investieren, aber gleichzeitig wollen Sie sparen. Wie passt das zusammen?

In der Vergangenheit waren die städtischen Kliniken gefangen in einer Negativspirale. Wir haben nicht kostendeckend gearbeitet und es wurde zu wenig investiert. Diesen Investitionsstau haben gerade unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schmerzhaft gespürt. Wir haben jetzt eine einmalige Chance. Die Landeshauptstadt und der Freistaat stehen hinter dem Konzept einer Neuausrichtung der städtischen Kliniken. Und sie nehmen dafür viel Geld in die Hand. Deshalb setzen wir medizinische Schwerpunkte, um Investitionen künftig wieder aus eigener Kraft zu stemmen. Neuausrichtung heißt für uns auch: Wir bieten als Vollversorger weiterhin alle Leistungen an.

Geht die Neuausrichtung auf Kosten der Behandlungsqualität?

Im Gegenteil: Dort, wo wir Medizin zusammenfassen, steigt die Behandlungsqualität. Nehmen Sie das Beispiel Schlaganfall. Jedes Jahr erleiden 270.000 Menschen in Deutschland einen Gehirnschlag. Diese Patienten müssen mühsam wieder lernen, wie man atmet, spricht und geht. Die Rehabilitation beginnt deshalb schon am Tag eins auf der Intensivstation. Dazu arbeiten neurologische Akutmedizin, neurologische Frührehabilitation und physikalische Medizin Hand in Hand. Für diese Patienten entsteht standortübergreifend ein passgenaues Behandlungsumfeld.

Welche anderen Ziele verfolgen Sie?

Wir wollen in unseren Kompetenzschwerpunkten gezielt wachsen und bieten damit Antworten auf Zukunftsthemen der Stadt München. So planen wir beispielsweise schon jetzt und dann auch im Neubau unseres Klinikums Schwabing mit deutlich mehr Geburten, denn in München kommen mehr Kinder zur Welt.

Sie sprechen von „zukunftsweisender medizinischer und pflegerischer Daseinsvorsorge für München und die Region“. Was heißt das für den einzelnen Patienten?

Zunächst bedeutet es: Wir sind für Sie da! Ob Sie als Notfall zu uns kommen, chronisch krank sind oder eine hochspezialisierte Behandlung benötigen. Mit je zwei Standorten im Norden und Süden sowie insgesamt über 2.500 Betten, darunter mehr Betten auf Intensiv- und Intermediate Care-Stationen, sind und bleiben wir Münchens größtes Krankenhaus. In Zahlen heißt das: 140.000 Münchnerinnen und Münchner lassen sich jährlich stationär oder teilstationär bei uns behandeln. Und wir wollen, dass sich noch mehr Menschen für uns entscheiden. Um für Patienten attraktiv zu sein, entwickeln wir Medizin und Pflege in den nächsten Jahren weiter. Eine zentrale Rolle spielen dabei „medizinische Kompetenzschwerpunkte“.

Warum setzen Sie auf Schwerpunkte?

Im Krankenhaus gilt in vielen Bereichen: Mehr Patienten bedeuten mehr Qualität. Man hat den Zusammenhang zwischen Patientenzahlen und Behandlungserfolgen wissenschaftlich untersucht. So haben beispielsweise Frühgeborene in spezialisierten Kliniken bessere Überlebenschancen als in einem Umfeld, in dem die Erfahrung fehlt. Deshalb bilden wir Kompetenzschwerpunkte für alle Lebensphasen – von der Kindermedizin über die Behandlung von Herz- und Kreislauferkrankungen bis zur Altersmedizin.

Welche Qualität bieten Sie Münchnern, die als Notfall zu Ihnen kommen?

Als „Krankenhaus für München und die Münchner“ nehmen wir unsere Verantwortung für Notfallpatienten sehr ernst. Jeder Bewohner der Stadt erhält an jedem der vier Standorte und zu jeder Uhrzeit eine umfassende Versorgung. Darauf vertrauen jedes Jahr 170.000 Menschen in unseren Notaufnahmen, denn beim Thema Notfall sind wir in München mit 40 Prozent aller Patienten die Nummer eins. Und das wird auch so bleiben. Mit je einem überregionalen Traumazentrum im Norden und Süden Münchens schärfen wir gleichzeitig unser Profil – und versorgen Menschen aus dem Großraum München und weit darüber hinaus.

Investieren Sie nur in Steine – oder auch in Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter?

Bau- und Modernisierungsprojekte sind wichtig. Sie schaffen eine leistungsfähige Infrastruktur und den Rahmen für zukunftsfähige Medizin und Pflege. Wer eine schwere Diagnose erhält, vertraut sich aber keinem Gebäude an. Er vertraut Ärzten und Pflegekräften, die seine Erkrankung kompetent behandeln und ihm auf Augenhöhe begegnen. Diese Zuversicht auf Besserung können nur gut ausgebildete und zufriedene Mitarbeiter ihren Patienten geben. Deshalb investieren wir in den Städtischen Kliniken in Fort- und Weiterbildung. Und wir gehen auch neue Wege, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Wie sieht beispielsweise der Arbeitsplatz der Zukunft aus, an dem Pflegekräfte gern arbeiten und ihr Wissen einbringen? Dazu machen wir uns sehr intensiv Gedanken. Ein Ansatz sind Lehrstationen, in denen erfahrene Fachkräfte Wiedereinsteigern und neuen Pflegekräften neueste Pflegestandards zeigen. Gelernt wird also direkt am Patientenbett.

Die nächsten Jahre bringen viele Veränderungen. Wie kann der Wandel gelingen?

Wir können uns nur gemeinsam verändern. Am Ende entscheidet sich im Team vor Ort, ob der Wandel gelingt. Deshalb versuchen wir, soweit möglich, unsere Mitarbeiter von Anfang an einzubinden, und nehmen sie auf dem Weg der Veränderung mit. Wir haben ein gemeinsames Ziel vor Augen: Am Ende aller Anstrengungen steht ein kommunaler Klinikverbund, auf den wir alle stolz sein können – die Münchnerinnen und Münchner und wir alle im Städtischen Klinikum.

Wir stellen vor: Investitionen in die Medizin von morgen

Das neue Klinikum Schwabing

Hier entsteht eine neue hochmoderne Klinik für Kindermedizin und Frauenheilkunde sowie ein interdisziplinäres Zentrum für Innere Medizin, Chirurgie und Nothilfe für Erwachsene.

Vorgestellt: Unser Neubau in Schwabing

Das neue Klinikum Harlaching

In Harlaching wird ein Neubau mit ca. 548 Betten die bestehenden Klinikgebäude ersetzen und die Zentren unter einem Dach vereinen.

Vorgestellt: Unser Neubau-Projekt in Harlaching

Das neue Klinikum Bogenhausen

Für diesen Standort planen wir einen Erweiterungsbau sowie die komplette Sanierung des Bestandsgebäudes, künftig wird der Standort über ca. 1.020 Betten verfügen.

Vorgestellt: Erweiterungsbau und Modernisierung in Biogenhausen

Das neue Klinikum Neuperlach

Unser heute schon hochmoderner Standort wird durch den Neubau des Zentrallabors für Klinische Chemie und Mikrobiologie zur Versorgung aller unserer Standorte erweitert

Sobald nähere Informationen vorliegen, informieren wir hier...

Freuen Sie sich mit uns auf das neue Städtische Klinikum München.

Eines der größten Projekte im deutschen Gesundheitswesen

Oberbürgermeister Dieter Reiter im Gespräch zur Neuausrichtung des Städtischen Klinikums München und seiner Bedeutung für die Stadt München.

Lesen Sie hier unser Interview mit dem Münchner Oberbürgermeister

Was kann München von seinen kommunalen Kliniken erwarten?

750 Millionen Euro werden in das Städtische Klinikum München investiert. Dr. Fischer, Vorsitzender der Geschäftsführung, im Gespräch zu Veränderungen und Chancen

Stellungnahme der Geschäftsführung der Münchener Kliniken

Gelebte Partnerschaft - Voraussetzung für optimale Versorgung

Eng verbunden: Klinikum Schwabing & Klinikum rechts der Isar. Prof. Dr. Markus Schwaiger, Ärztlicher Direktor des MRI, zu den Vorteilen für den Patienten - und für die Forschung.

Herr Prof. Schwaiger im Interview zum Neubau in München Schwabing

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